07.04. - 15.04.2026 Vom Muldental nach Südpolen

Wurzen, Streuben, Sachsendorf, Wäldgen, Burkhardshain, Grimma und Hohnstädt waren die Buszustiegsorte und verdeutlichen zugleich die regionale Zusammensetzung unserer Reisegruppe. Vervollständigt wurde diese durch Gäste aus Rötha und Dresden.

Am Dienstag nach Ostern, dem 7. April 2026, ging es los und Breslau als erstes Reiseziel wurde am Nachmittag erreicht. Die Altstadt mit ihren vielen Kirchen lernten wir bei der geführten Stadtbesichtigung genauso kennen wie die Anlagen um die Jahrhunderthalle und die barocke Aula Leopoldina der Universität. Von Breslau aus besuchten wir auch die Internationale Jugendbegegnungsstätte in Kreisau (Kreisauer Kreis der Widerständler um Helmut James Graf von Moltke) und bestaunten in Schweidnitz die Dreifaltigkeitskirche, bekannteste unter den protestantischen Friedenskirchen in Schlesien und weltweit größter Fachwerkbau.

Nächstes Ziel war Krakau, wo wir zunächst im jüdischen Viertel „Kazimierz“ die Remuh-Synagoge mit dem Friedhof aufsuchten, später dann die quirllige Innenstadt mit den Tuchhallen und die Marienkirche kennen lernten, in der uns besonders der berühmte Hochaltar von Veit Stoß beeindruckte. Besuchsziele am nächsten Tag waren das ehemalige Lager Plaszów, von wo zahlreiche jüdische Zwangsarbeiter in die Emaillewarenfabrik Oskar Schindlers gelangten, sowie das Ehrendenkmal im ehemaligen Krakauer Ghetto. Später dann die Besichtigung des Wawel, Jahrhunderte lang Zentrum des politischen und geistig-kulturellen Lebens in Polen.

Der Sonntag begann mit einer ausführlichen Andacht, bevor wir in die KZ´s von Auschwitz und Birkenau fuhren. Was uns dort begegnete wird uns alle sicherlich noch lange beschäftigen. Gleichzeitig war das der letzte Abend in Krakau, denn Tags darauf führte uns die Fahrt zunächst in das ca.12 km von Krakau entfernt liegende Salzbergwerk Wieliczka, UNESCO-Weltkulturerbe, wo uns im Rahmen einer Führung die in Salz gemeißelten Grotten, Kapellen, Hallen und Heiligenfiguren gezeigt wurden, die Bergleute über Jahrhunderte hinweg bis heute gefertigt haben. Später dann auf der Fahrt ins „Teschener Land“ machten wir noch Halt am Passions-Heiligtum in Zebrzyduwska. Die Wallfahrtsbasilika, eine Gemäldegalerie im Kreuzgang des Klosters und das Modell des Heiligtums im Pilgerhaus waren Bestandteile der interessanten Führung. Am Abend erreichten wir Teschen, bis heute eine geteilte Stadt an der tschechisch-polnischen Grenze. Das polnische Teschen ist im Gegensatz zu vielem sonst hier Üblichem und Erlebten evangelisch geprägt. Bei der Stadtführung wurde das deutlich. Deshalb auch gibt es die stattliche evangelische Jesus-Kirche der Evangelisch-Augsburgischen Kirche Polens. Sie beherbergt nicht nur die größte alte Orgel im Teschener Schlesien sondern auch das einmalige „Museum des Protestantismus“. Wir wurden freudig vom Ortspfarrer begrüßt, der uns die Kirche und seine Gemeinde vorstellte. Aber auch im Museum war die Freude darüber spürbar, von einer evangelischen Reisegruppe besucht zu werden. Entsprechend intensiv auch dort die erklärende Führung. Der nächste Tag bedeutete für uns: Heimfahrt.

Voller unterschiedlichster Eindrücke und Erinnerungen an das verschieden Erlebte und Gesehene. Dankbar sind wir deshalb unseren Reiseleitern Reinhard und Angela Schoene, die uns diese erlebnisreichen Tage ermöglichten. Aber auch den örtlichen Begleiterinnen und Begleitern, für ihre kenntnisreichen und informativen Erklärungen bei den verschiedenen Besuchen. Besonderer Dank aber unserem Gott, der uns vor Unglück bewahrt hat und von dem wir bitten: „Verleih uns Frieden gnädiglich“. Ganz allgemein geäußert ist der Wunsch, mit dieser Gruppe wieder zu reisen. So Gott will und wir das Leben haben!

Steffi + Thomas Ott