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Gästebuch

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Pfarrer Markus Arnold

Sonntag, 04-11-12 14:32

Liebe Frau Ortwig,

Auf unserer Israel-Tour ging quasi alles gut. Die Teilnehmer waren und sind schwer begeistert und voll motiviert, sich auch auf weitere Gemeindereisen anzumelden.

Besonders positiv hervorzuheben sind unser Reiseleiter Reuven Finkelstein und unser Busfahrer Azar, die uns sehr fachkundig durch das Land geführt haben und mit denen viele Gespräche entstanden sind. Das Preis-Leistungsverhältnis wurde von beinahe allen als sehr gut zurückgemeldet. Ebenso hat es sich für uns sehr gelohnt, die Kopfhörer (7,70Euro) ausgeliehen zu haben. Zusätzlich zum von uns besprochenen Programm haben wir noch die große Synagoge in Jerusalem besucht, was für die Gruppe ein sehr eindrückliches Erlebnis war - Reuven hat das in einer "Nacht-und-Nebelaktion" noch kurz geplant. Ebenfalls sehr positiv wurde zurückgemeldet, dass wir in Bethlehem einen anderen Reiseleiter hatten, da Reuven ja nicht hinter die Mauer durfte. Somit bekamen wir auch Kontakt mit der palästinensischen Seite - was einen weiteren Blick für die Probleme in diesem Teil Israels gegeben hat.

Das Hotel in Bethlehem wurde dagegen eher negativ bewertet. Nach dem guten Hotel in Tiberias war hier der Unterschied einfach sehr deutlich spürbar.

Einige der Teilnehmer waren mit dem Mittagessen nicht einverstanden. Bis auf einen Tag waren wir hier immer in "Touristen-Abfertigungshallen" und hatten keine Möglichkeit, an einer "Imbissbude" etwas zu essen. Vielleicht könnten Sie da mit zukünftigen Reiseleitern Kontakt aufnehmen, damit auch eine etwas "landestypischere Küche" und Mittagessen ermöglicht werden könnte.

Kurz und gut: Der Gruppe hat die Reise gefallen - trotz dem, dass es für das nächste Mal Verbesserungsvorschläge gab. Herzlichen Dank Ihnen für die professionelle und freundliche Planung und die tolle Zusammenarbeit mit Ihnen!

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr
Markus Arnold

Pfarrer Michael Ipolt

Freitag, 02-11-12 09:56

Zurück zu den Wurzeln

Auf den Spuren Jesu im Heiligen Land unterwegs

54 Teilnehmer aus der Gemeinde Niederorschel und ihren Filialgemeinden waren vom 21. 10. – 26.10.2012 auf den Spuren Jesu unterwegs, um auch mit eigenen Augen zu sehen, wo unser Glaube mit Jesus begann.
Am ersten Tag waren wir in Bethlehem mit der Geburtsgrotte und den Hirtenfeldern. Alle Welt, vom höchsten Herrscher bis zum kleinsten Bettler muss sich klein machen, wollen sie Jesus an dem Ort begegnen, wo er von Maria geboren wurde. Der Dienstag führte uns zu den Stätten des öffentlichen Wirkens Jesu und in seine Heimat Galiläa. Wir waren in Nazareth in der Verkündigungsbasilika der St. Josephskirche und am Marienbrunnen, fuhren weiter nach Kapernaum. Dort beteten wir zwischen den noch erhaltenen Säulen der Synagoge, in der auch Jesus gebetet und die Schriften ausgelegt hat und besichtigten das Haus des Petrus. Am Nachmittag ging es weiter nach Tabgha mit der Brotvermehrungskirche. Von dort ging es zu Fuß an den See Genezareth. Mit Blick auf den See feierten wir einen Gottesdienst.
Auf dem Rückweg hielten wir am Berg der Seligpreisungen an. Der wunderbar angelegte Garten lud zum Verweilen und Ausruhen ein. Von dort ging es weiter am Jordan entlang, durch die judäische Wüste mit Blick nach Jordanien bis zurück in unser Quartier in Bethlehem.
Durch das Stephanstor betraten wir in den Morgenstunden des 24.10.2012 die Stadt Jerusalem. Zunächst besuchten wir die Geburtsstätte Mariens – die St. Anna-Kirche und den Teich Bethesda, wo Jesus einen Gelähmten geheilt hat, der schon 38 Jahre dort auf Heilung gewartet hat.
Auf der Via Dolorosa, der Leidensweg unseres Herrn Jesus Christus, beteten wir den Kreuzweg bis hinauf nach Golgatha, wo Jesus gekreuzigt und begraben wurde. Und wir konnten uns überzeugen: Das Grab ist leer denn er ist wahrhaftig auferstanden!
Weitere Stationen waren das Davidsgrab, der Abendmahlssaal, die Klagemauer, St. Petrus in Gallicantu und die Hl. Treppe, die Jesus selbst gegangen ist, mit einem herrlichen Panoramablick über Jerusalem bis hoch zum Ölberg.
Dorthin fuhren wir dann am Donnerstag. Nach dem Besuch eines jüdischen Friedhofs und einem Blick auf Jerusalem gingen wir in den Garten Getsemani und zur Kapelle Dominus flevit „Der Herr weint“, zur Kirche der Nationen und zum Mariengrab. Um 12 Uhr beteten wir dort den Engel des Herrn.
Unseren Abschlussgottesdienst feierten wir mit Pfarrer Ipolt, dem geistlichen Begleiter der Pilgerfahrt und Pfarrer Förster auf dem Zionsberg. Diese Kirche, unweit des Abendmahlsaales befindet sich an dem Ort, wo Maria mit den Jüngern die erste christliche Gemeinde gründete (Pfingstereignis) und wo sie der Überlieferung nach gestorben ist. In dem Lied „Ein Haus voll Glorie schauet….auf Zion hoch gegründet, steht Gottes Hl. Stadt, dass sie der Welt verkündet, was Gott gesprochen hat…“ wurden wir an den Auftrag erinnert, der für jeden Christen gilt. Mit diesen Worten kehren wir in unsere neue Pfarrgemeinde zurück und wollen den Funken des Auferstehungsglaubens vor Ort lebendig werden lassen.
Zum Schluss können wir nur jedem eine solche Pilgerreise empfehlen und die Angst vor dem Aufenthalt im Hl. Land nehmen. Wir haben uns jederzeit sicher gefühlt. Unser Dank gilt insbesondere Pfarrer Ipolt für die schon im vergangenen Jahr begonnene Organisation und der geistlichen Begleitung dieser Pilgerreise, dem örtlichen Reiseleiter und der Agentur, sowie der Reise Mission in Leipzig, die alles in die nötigen Wege geleitet hat.

Reisegruppe aus dem „Eichsfelder Kessel“

Andreas Tasche

Montag, 15-10-12 14:53

Die Herrnhuter Missionshilfe (HMH) plante für den Herbst 2012 für ihren Mitglieder- und Freundeskreis eine zehntägige Reise nach Estland und Lettland. Im Mittelpunkt sollte nicht das Touristische stehen, sondern die Begegnung mit Schwestern und Brüdern im Baltikum. Die HMH bediente sich bei der Durchführung der Reise der Dienste von Reise Mission Leipzig.
Bei Abschluss der Reise waren die 22 Teilnehmenden sich einig, dass alles vorzüglich geklappt hat. Was vorher planbar war, das gelang bestens: Der Bus war immer sauber und pünklich; der Busfahrer war sehr zuvorkommend und fuhr sehr sicher; die Hotels entsprachen in vollem Umfang den Erwartungen; die Personen für die Reiseleitung waren stets freundlich und kompetent; kleine Abweichungen vom Programm auf Wunsch der Gruppe wurden mit den Zuständigen stets einvernehmlich und unkompliziert geregelt; auch bei der Abwicklung der finanziellen Angelegenheiten gab es keinerlei Konflikte.
Dass über das Planbare hinaus auch noch das Wetter mitspielte, dass es einige spontane Begegnungen gab, dass auch die Gruppenmitglieder vorzüglich miteinander harmonierten - das alles war ein "Zusatz"-Geschenk Gottes. IHM sei Dank sowie auch der Reise Mission Leipzig, insbesondere Frau Claudia Neumann.

Siegfried Bochow

Mittwoch, 10-10-12 20:55

Sehr geehrte Frau Ortwig,

herzlichen Dank noch einmal für Ihre Mühe und die gute Organisation unserer Pilgerreise. Alle Sicherheitsbedenken zuvor erscheinen jetzt im Nachhinein als unnötige Sorge. Es ist alles gut gelaufen. Wir hatten auch nicht den Eindruck, dass wir an irgend einer Stelle gefährdet wären.

Wir sind mit der Reise rundherum zufrieden und die Teilnehmer waren voll des Lobes über die Organisation, den Inhalt und die Durchführung der Reise.

Zum Ablauf und der Planung im Einzelnen:
Es war sehr viel Fahrerei mit dem Bus: von Sharm el Sheigk bis zum Nebo und wieder zurück.
Insgesamt wäre es vermutlich besser gewesen von Kairo aus zu starten und bis Amman zu fahren und dort zurück zu fliegen.
Dennoch war auch unsere Reiseroute nicht ohne Charm, weil wir als letztes den Aufstieg auf den Moseberg hatten mit Katharinen Kloster. Eine sehr anstrengende Sache und wir dann aber in Sharm el Sheigk mit dem schönen Hotel und den Bademöglichkeiten entschädigt wurden.
Also noch einmal: Trotz denkbarer Alternativen sind wir glücklich mit dem Reiseverlauf.

Freundlichen Gruß
Siegfried Bochow

Martin Foede

Donnerstag, 04-10-12 16:34

Diakonische Gemeinschaft Nazareth Seniorenreisen

“Baltische Impressionen“: 9 Tage Baltikum - 29. Mai bis 6. Juni 2012

Bethel – Missionsweg, 4.50 Uhr, ein schnauzbärtiger Mann mittleren Alters, den später alle nur noch Ali nennen, steht an einem Sippl-Bus aus Ennepetal und weiß nicht wohin, schaut hilfesuchend herum, aber wer ist um diese Zeit schon unterwegs? Dann kommen Adelheid & Hans Eisenberg sowie Johannes Paehl und fragen den Fahrer: „Sie wollen doch sicher ins Baltikum fahren?“ Folgen Sie uns!
So beginnt unsere Reise. Übrigens, unser Fahrer heißt mit vollem Namen Ali Ulug.
Schnell erreichen wir in Berlin, Prenzlauer Berg. Eine Absicht unseres Reiseleiters, Martin Foede ist es, während der Nazareth-Seniorenreisen auch Kontakte zu Nazareth-Diakonen aufzunehmen und ihre Arbeit kennenzulernen. Diakon Christoph Buck arbeitet in einer großen sozialen Einrichtung, der sechstgrößten in Berlin, dem Pfefferwerk, das sich auf dem Pfefferberg befindet. Es betreibt 17 Kindertagesstätten und bildet junge Menschen mit einer beeinträchtigten Biografie aus. So werden wir beim Mittagessen von diesen jungen Leuten bedient.
Am späten Nachmittag erreichen wir Stettin und logieren im Hotel Campanille direkt unterhalb der Kathedrale des heiligen Jakobs, die wir später beim Stadtrundgang besuchen. An verschiedenen Stellen in der Stadt gibt es muschelartige Ornamente. Offensichtlich hat es von hier aus auch Routen des Jakobsweges nach Santiago de Compostela gegeben.
Am frühen Morgen fahren wir über die Odermündungsarme vorbei am Hafen durch das sehr schön grüne Pommern nach Danzig. Unser erster Halt ist Kolberg, wo 1807 Napoleon das alte Rathaus und andere Teile der Stadt zerstört hatte. Das älteste Gebäude der Stadt ist die Kathedrale. In ihr sind große Kunstschätze, die im Krieg ausgelagert waren. Kolberg ist alte Kurstadt mit Salzanwendungen und Moorgruben. Es gab einmal Gradierwerke.
Ein Abstecher bringt uns zu dem Schloss der Pommerschen Herzöge und nach Rügenwalde.
Bewusst durchfahren wir die „Grenze“ zwischen Hinterpommern und dem Korridor. Hier leben noch ca. 200.000 Kaschuben. Wir überqueren die Bahnlinie, wo in früheren Jahrhunderten die Grenze zwischen Pommern und dem Königreich Preußen verlief. Pommern ist dünn besiedelt. Die Kaschuben-Region hat dagegen viele Ortschaften und Siedlungen. Wir erreichen den Großraum Danzig. Dort übernachten wir.
Am nächsten Tag laufen wir auf der langen Seebrücke von Zoppot und sind von den Bauten sehr beeindruckt, herausragend das Grand Hotel.
Weiter geht die Fahrt in die Innenstadt von Danzig (Gdansk). Von weitem sehen wir die Kräne der Danziger Werft. Hier begann 1980 der Streik der Arbeiter unter Lech Walesa , der Auftakt der Annäherung an den Westen. Der Schiffsbau war ein wichtiger Industriezweig. Reich wurde die Stadt aber durch den Handel, besonders mit Getreide aus der fruchtbaren Weichselniederung. Wir schlendern über die "Lange Brücke" am Fluss Mottlau entlang, einem Nebenfluss der Weichsel. Hoch im Krantor sehen wir das Rad, das vier Gefangene laufend in Bewegung halten mussten, um die schweren Lasten aus den angelegten Schiffen zu ziehen. Heute gibt es hier nur ein paar Ausflugsschiffe nach Zoppot, Hel oder zur Westerplatte.
Durch das Frauentor gehen wir zur Frauengasse. Wir fühlen uns in einen Buddenbrook-Film versetzt, der hier gedreht wurde. Die schmale Kopfsteinpflaster Gasse, eingefasst von wohlhabenden Bürgerhäusern mit interessanten Giebeln, bietet eine perfekte Kulisse.
Wir werfen einen Blick in die Marienkirche, von außen ein riesiger dunkler Backsteinbau, der größte Europas, mit 25.000 Stehplätzen. Innen ist die Kirche weiß gestrichen und durch die großen Fenster und das schöne Gewölbe wirkt sie hell und weit. Nur wenige Kunstwerke haben den Krieg überdauert. Müde und hungrig streben wir dem "Langen Markt" zu, der guten Stube von Danzig.
Der Neptunbrunnen ist ein Blickfang. Stellvertretend für die schönen Patrizierhäuser sehen wir uns den Artushof an. Dort trafen sich früher die Großkaufleute. Geschäfte und Gaststätten laden uns ein. Immer wieder sehen wir die große Zerstörung der Stadt durch den Krieg auf Fotos oder an einzelnen Ruinen. Mit Recht sind die Polen stolz auf die Wiederherstellung des alten Stadtkerns und der Marienkirche nach originalen Vorlagen.
Weiter geht die Fahrt über die Flüsse Weichsel, Nogat und Elbing. Die Stadt Elbing (Elblag) hat keinen Zugang mehr zur Ostsee, weil die russische Marine den Seekanal zwischen Frischer Nehrung und Pillau (Baltisk) beherrscht.
Nach langer Fahrt durch Ostpreußen, jetzt Polen, kommen wir an die russische Grenze Mamonowa-Granewo. Die Stimmung ist angespannt.
Eine junge Russin führt uns weiter durch russisches Gebiet bis nach Königsberg (Kaliningrad). Wir fahren durch dünn besiedeltes Land, vieles liegt brach, sehen Störche, ärmliche Häuser und Menschen und kyrillische Schriftzüge. In Königsberg herrscht Feierabendverkehr. Spät erreichen wir das Hotel. Es gibt Königsberger Klopse.
Bei der Stadtrundfahrt und Besichtigung der Stadt Königsberg regnet es. Vorbei geht es am Wahrzeichen der Stadt dem „Königstor“, das im Krieg erhalten geblieben ist, den Wallanlagen und der berühmten Kranzler-Allee über die Bernsteinstraße. Wir hören, dass das bekannte Königsberger Schloss 1969 von den Russen gesprengt wurde. Inzwischen sammelt die Bevölkerung für seinen Wiederaufbau. An der Stelle des gesprengten Schlosses steht heute das so genannte „Graue Monster“, das ein Aushängeschild der Stadt werden sollte. Ein fürchterliches Scheusal. In sozialistischen Zeiten wurden auch die Kirchen gesprengt, die den Krieg überstanden hatten. So sollten auch die Reste des Domes vernichtet werden. Dies verhinderte eine Gruppe von Historikern.
Wir fahren zur Kneiphofinsel und gehen über die bekannte Honigbrücke zum Dom.
Dort können wir nach der Besichtigung des Kant-Museums ein Orgelkonzert auf einer neuen Schuke-Orgel anhören . Sie hat 122 Register.
Auf unserer Fahrt durch die Stadt konnten wir folgende Tore für die Königsberg u.a. so berühmt ist sehen: das Sachheimer-, das Brandenburger- und das Friedländer-Tor.
Zum Schluss besichtigen wir das Bunkermuseum mit seiner Darstellung der letzten Kriegstage Königsbergs (5.4.-9.4.1945) und der Kapitulation. Insgesamt wirkte die Stadt auf uns sehr zerrissen und unorganisch.
Rauschen, der schönste Kurort an der Samlandküste liegt inmitten eines Wald¬gebietes. Es galt einst als größtes und schönstes Seebad. Rauschen zeigte sich von seiner stürmischen Seite; so konnten wir die Promenade nur kurz genießen. Weiter ging es ins Naturschutzgebiet Kurische Nehrung. Wir hatten eine Führung durch Europas größtes Vogelschutzgebiet Rositten, wo seit 1957 riesige Reusen von April bis Oktober durchziehende Vögel einfangen. Sie werden untersucht, beringt und dann wieder freigelassen. Inzwischen schien die Sonne, und die Zeit verging viel zu schnell. Der Gang zur höchsten Wanderdüne Europas (60 m) war ein weiterer Höhepunkt. Ein Blick ins „Tal des Schweigens“, das ringsum von Sand umgeben ist, ließ uns an vergangene Zeiten gedenken. Wir besuchten das Thomas-Mann-Haus; es liegt an einem traumhaft schönen Platz mit „italienischem“ Ausblick, wie er es nannte. Leider hat er nur zwei Sommer 1930–1932 hier genießen können. Das Fischerdorf Nida mit seinen schönen alten Häusern und Booten war unser nächstes Ziel. Wir besuchten den Friedhof mit den Kreuzen deutscher Inschriften. Die schöne Backsteinkirche war leider geschlossen. Am späten Abend kamen wir zufrieden aber etwas erschöpft in Kleipeda (Memel) an. Zwei „Religionen“ prägen die Menschen: katholisch und Basketball. Es gibt nach dem Brand von 1854 keine Altstadt mehr. Die Kirchen wurden nach 1945 von den Russen fast alle gesprengt. Die jetzige Altstadt ist klein, überschaubar, rechteckig, beschaulich, fast ohne Verkehr. Am Anfang stand die Kultur der Ordensritter, sie bauten die Memelburg „Mümmelburg“. Davon sind nur noch einige Wälle zu sehen. Sie war eine der mächtigsten Ordensburgen. 1009 wurde Kleipeda – sumpfige Spuren oder Brotfresser genannt – zum ersten Mal erwähnt. Das berühmte Denkmal von Ännchen von Tharau vor dem Theater, dem kulturellen Mittelpunkt der Stadt. Wir singen einige Strophen dieses Liedes bei einer Gruppenaufnahme. Beim Gang durch Memel hören wir ein Glockenspiel mit dem Stadtlied „Ännchen von Tharau“.
Ein bemerkenswerter Satz fällt bei dem Rundgang: „Die Sowjets haben uns zwar befreit. Sie haben aber vergessen, wieder weg zu gehen.“ Nach ca. 170 km durch abwechselnde Landschaft erreichen wir Siauliai (Schaulen), das sehr bekannt ist durch den Kreuzesberg, ein Wallfahrtsort der besonderen Art. Hier wurden Millionen von Kreuzen niedergelegt, auch bei und während des Widerstandes in der Sowjetzeit, in der die Stätte eingeebnet wurde, die Menschen aber diesen Symbolplatz nicht hergeben wollten. Die ersten Kreuze waren politischer Natur. Es war vermutlich schon seit dem 14./15. Jahrhundert ein Ort des litauischen Unabhängigkeitsstrebens aber auch ihrer tiefen Frömmigkeit. Litauen ist multikulturell, hat eine der ältesten archaischen Sprachen, Mischwälder, viele Seen, Moore, Wiesen und 5 Nationalparks, im Besonderen die Kurische Nehrung. Die Befreiung 1991 geschah vor allem friedlich durch Lieder. Wir erreichen nach einer langen Tagesfahrt am frühen Abend die Millionenstadt Riga, die lettische Hauptstadt.
Ein Drittel der Neustadt ist im Jugendstil erbaut. Ein größerer Teil durch den unglaublich produktiven Architekt Michael Eizenstein.
Vier Hauptstilelemente kehren immer wieder: Blumen, Tiere, Menschen, geometrische Formen. Alles in unterschiedlichen Ausprägungen. Tier- und Menschengesichter oft maskenhaft, dämonisch, bestimmt von der traditionellen Kultur der Kuren und Liven. So sollen „böse Geister“ abgeschreckt werden. Wieweit spielt der religiöse Hintergrund des Juden Eizenstein dabei eine Rolle? Das zeigte sich schon in Litauen (Drei-Götter-Kopf Skulptur), traditionelle „heidnische“ Grabtafeln „Kurenbretter“ mit mythischer Bedeutung, anstelle von Kreuzen bis heute in Gebrauch. Erstaunlich wie lebendig traditionelle „heidnische“ Vorstellungen bis in die heutige Zeit hinein sind.
Mit dem Sonnenuntergang und den letzten warmtönigen Sonnenstrahlen auf die Stadtsilhouette verlassen wir Riga. Kurz danach steigt südlich der Vollmond auf.
Nach einer längeren Nachtfahrt erreichen wir den Hafen von Ventspils und unser Fährschiffe und können uns schlafen legen. Fast zwei Nächte und einen Tag verbringen wir auf der Ostsee.
In einer abschließenden Andacht akzentuiert Herr Matthes noch einmal die Stationen unserer Reise. Uns wird bewusst, welch vielfältige Erfahrungen wir gemacht und was wir alles gesehen haben. Ein uns bis jetzt nicht bekannter Teil Europas, hat ein Gesicht, hat viele Gesichter bekommen.
Gegen 7.00 Uhr erreichen wir Travemünde und am frühen Nachmittag Bielefeld.

 

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